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Skandal auf dem Hundeplatz Eine ganz normale Trainingsstunde auf dem Hundeplatz aus der Sicht eines (betroffenen) Hundes und aus der Hundeunerfahrener Zuschauer Beim allsamstäglichen Mekka der Hundesportler ist immer mächtig was los. Man glaubt es kaum. Keine Sorge, schwer zu finden ist es nicht. Man hört schon von weitem undefinierbares Gebrüll und Unwissende fragen sich, ob sie vielleicht ihre Erste-Hilfe-Maßnahmen aus dem Hinterkopf kramen müssen. Am Schauplatz des Geschehens angekommen, merken sie, daß außer Kopfschmerztabletten und Halslutschpastillen nichts gebraucht wird. Herrchen steht gerade mit seinem Rex auf dem Übungsplatz und versucht ihn abzurufen. "Hier!" ertönt es, ein ordentliches Kommando, und Rex weiß, was zu tun ist. Oder? Eine gewisse Nervosität kommt auf, als sich nichts tut. Doch der Blutdruck ist noch im grünen Bereich. Die Unwissenden sind gespannt, was nun geschieht, während die Aufgeklärten relaxet auf den Bänken sitzen. Herrchen brüllt erneut "Hiiier!" und wippt auf den Zehenspitzen, während eine leichte Rötung sein Gesicht überzieht. Rex wird allmählich neugierig was sein Herrchen so erregt. Denn das steht inzwischen kerzengerade mit geballten Fäusten da, holt tief Luft und startet noch einen Versuch seinen unbegabten Hund abzurufen: "Hiiiiier!" Rex erhebt sich, um nach dem Übeltäter Ausschau zu halten, der sich allem Anschein nach hier irgendwo befinden muss. Anspannung auch auf Seiten der neuen Zuschauer, die sich an die laute Atmosphäre gewöhnt haben und nur etwas verwundert darüber sind, dass Hunde offensichtlich taub sind. Inzwischen versucht Rex sein Glück beim erstbesten Gebüsch, um die Ursache für die Aufregung seines nun tomatenroten Herrchens herauszufinden. Dieses hüpft inzwischen auf und nieder und setzt zu einem rekordverdächtigen Schrei an: "Reeex hiiiiier!", der die Neuzuschauer beinahe um ein Trommelfell bringt. Rex wird nun richtig aktiv, hier muss etwas im Busch sein, er schnüffelt aufgeregt. Den Unwissenden wird klar, warum sie einer Sport-Show zusehen. Denn Herrchen springt auf und nieder, macht Ausfallschritte, ringt um Atem und schnappt nach Luft. Die aufgeklärten Zuschauer öffnen ihre Bierflaschen und lehnen sich genüsslich zurück, um das gewohnte Schauspiel eines Menschen zu genießen, der in sich die Qualitäten eines Star-Tenors und eines Olympia-Akrobaten vereint. Mit zitternden Knien und Schweißperlen auf der Stirn packt Herrchen seinen unfähigen Rex am Halsband und zieht ihn an seine Seite. Jetzt kommt der Höhepunkt der heutigen Darbietung: Wird Rex "Fuß" gehen? Wird er? Sein Herrchen holt mit heiserer Stimme das Letzte aus sich heraus und versucht mit einem abgrundtief drohenden "Fuuußßß!" seinen unintellegenten Hund zum Gehorsam zu bringen. Die Zuschauer halten die Luft an und starren auf das sich nun ereignende Spektakel. Und Rex? Er würde zu gern sein wutschnaubendes Herrchen aufmuntern. Will der vielleicht, dass er ihm ein Stöckchen bringt? Oder dass er eine Fährte aufnimmt? Oder? Erfahrungsgemäß kann man ihn mit einem Häufchen besänftigen, dass muss es sein! Rex zögert nicht lange und "es" ist da. Der Missetäter, nun froh, das scheinbare Übel an der Wurzel gepackt zu haben, fühlt sich buchstäblich erleichtert und ist bereit für ein kleines Spielchen. Herrchen allerdings fasst sich jetzt kalkweiß mit überquellenden Augen ans Herz und die Knie sacken ihm weg. Es bewahrheitet sich eben doch: Sport ist Mord. |
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